Darsteller: Franz Dinda Niklas Kohrt Michael Ginsburg Janusz Kocaj Stephanie Schönfeld Michael Schweighöfer
Inhalt: „Von den Eltern abgeparkt am Arsch der Welt!“ So fühlen sich Dyrbusch und Bogatsch im malerischen Elite-Internat, wo sie von lebensfremden und verständnislosen Lehrern und Mentoren auf ihr späteres Manager-Dasein vorbereitet werden. Sozialer Dienst, Toilettensäubern und Einzelgespräche sollen zu Disziplin, Verzicht und Anstand erziehen – übersehen wird dabei allerdings, dass die von dieser „Kinderkacke“ genervten Zöglinge längst ihre eigenen Wege gehen.
Mit dem sensiblen von Leibnitz treffen sie sich abends heimlich in einer angemieteten Datscha, trinken und denken über ihre quasi naturgegebene Überlegenheit nach. Während Dyrbusch allerdings diesen Rückzugsort als „Gedankenlabor“ versteht und sich in langen pseudophilosophischen Ausführungen darüber auslässt, wie man andere Menschen dazu bringen kann, sich zur Verbesserung ihrer Lebensumstände zu erniedrigen, denkt der aggressive und weniger intellektuell geprägte Bogatsch eher daran, wie man dort Frauen verführt. Sie beschließen, den naiven Konstantin Stürmer in ihre exklusive Gruppe aufzunehmen. Nach einem traditionellen Initiationsritual darf er mit in die Datscha und ist gleichermaßen fasziniert und schockiert über Dyrbuschs sadistische Fantasien und Bogatschs aggressive Spielchen. Am Wochenende von Stürmers Geburtstag verselbstständigt sich diese Gruppendynamik. Dyrbusch, der versucht hat, Valeska, die Kellnerin des dörflichen Clubs, zu demütigen, wird von deren Freund verprügelt. Nach gemeinschaftlichem Genuss von Crystal Meth und einem Bad im See begegnen sie Valeska wieder und ein aggressiver Flirt der Jugendlichen endet damit, dass sie von Dyrbusch und Bogatsch beinahe vergewaltigt wird. Der fassungslose Stürmer steht hilflos daneben, von Leibnitz aber greift ein. Damit richten sich die Aggressionen innerhalb der Gruppe auf den Sonderling, der sich quälen lässt, um weiter dazu zu gehören. Stürmer sucht Hilfe bei seinem Mentor, der das Ganze aber als erotische Gefühlsverwirrung abtut: „Ich war ja auch mal jung... zeig einfach mehr Aktivität! Nimm teil – und alles wird gut!“ Als von Leibnitz durch die sadistische Folter von Dyrbusch und Bogatsch beinahe ums Leben kommt, beschließt Stürmer, den Vorfall zu melden – um von Dyrbusch als Feigling bezeichnet zu werden: „Du steckst ganz tief mit drin!“ Von Leibnitz hält den Druck nicht mehr aus und begeht eine Verzweiflungstat. Er erwischt den Falschen und wird von der Schule genommen. Stürmer muss mit ansehen, wie Dyrbusch und Bogatsch unbeachtet in der Menge verschwinden.
hennesy.cc sagt:
In diesem beklemmenden Jugenddrama bekommt man regelrecht zu spüren, wie aus gewalttätigen Spielen oft bitterer Ernst wird. Die gewaltbereiten Charaktere in dem Film sind sich selbst dessen nicht bewusst und handeln teils auf Droge, teils besoffen, ohne Nachzudenken. Seit Gewalt an Schulen und Internaten im häufiger stattfindet - man kennt die Handyvideos von Schlägereien die Schüler zur Prahlerei mitfilmen - ist es gut, dass dieser Film zeigt, wie sinnlos Gewalt ist. Für den Zuseher wirkt es nämlich bedrohlicher als für die Agierenden selbst.
Besonders hervorzuheben ist das Schauspieltalent Janusz Kocaj, der seine Rolle so überzeugend spielte, dass es einem schon fast selbst weh tat... Franz Dinda, der in diesem Film in die Produzentenrolle geschlüpft ist (siehe nächster Artikel), spielt den Mitläufer in der Clique äußerst glaubwürdig und interessant und allgemein mangelt es dem Film weder an Spannung noch Überraschungsmomenten."Teenage Angst", war zusammen mit dem Kurzfilm "The saddest Boy in the World" zu sehen.
Die Darsteller Janusz Kocaj, Niklas Kohrt und Franz Dinda (auch Produzent)
In "Teenage Angst" spielte der 25-Jährige nicht nur die Hauptrolle, er finanzierte auch die Produktion des 63-minütigen Psychodramas. "Während der Dreharbeiten haben wir Probleme mit dem Budget bekommen", so Dinda in einem Interview. "Da waren wir aber schon so weit, dass klar war: Das hier ist etwas Besonderes." Der Berliner hatte damals einen Förderpreis in Höhe von € 15.000,- gewonnen, die Summe stellte er dem Regisseur Thomas Stuber für dessen Arbeit zur Verfügung. "Wofür ist Geld denn da? Ein paar tausend Euro mehr auf dem Konto machen auch nicht glücklicher - ich habe das ausprobiert", erklärt Franz Dinda sein Engagement. Quelle: kulturnews.de