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Sunday, 22. March 2009 |

| ORF-JUGENDSERIE MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
Fünf Burschen, fünf Mädchen, zehnmal „tschuschen:power“
Geballte „tschuschen:power“ im ORF: Am 30. März 2009 geht die gleichnamige neue Miniserie des Diagonale-Preisträgers 07, Jakob M. Erwa („Heile Welt“), im Vorabendprogramm von ORF 1 an den Start. Die fünfteilige TV-Produktion schildert – von Montag bis Freitag, jeweils um 17.20 Uhr in ORF 1 – den turbulenten Alltag einer Wiener Clique, bestehend aus Jugendlichen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund.
Für alle, die die Serie unter der Woche nicht sehen können, bietet der ORF am Samstag, dem 4. April, ab 12.15 Uhr in ORF 1, ein Dakapo aller fünf Episoden. Abgeschlossen wird die „tschuschen:power“-Woche mit einem 25-minütigen Making-of um 14.30 Uhr in ORF 1.
Ergänzend zum „tschuschen:power“-Start bringt „art.film“ am Montag, dem 30. März, um 0.00 Uhr in ORF 2 die TV-Premiere von Jakob M. Erwas preisgekröntem Spielfilmdebüt „Heile Welt“.
Auftritt auf der Diagonale 2009
Noch vor ihrer ORF-Premiere begeisterte die humoristische TV-Serie mit ihren beiden Pilotfolgen im Vorjahr das Diagonale-Publikum: Festivalbesucher ebenso wie die Jugendjury, die die neueste Produktion von Jakob M. Erwa mit einer lobenden Erwähnung bedachte. Auf eine Fortsetzung freute man sich nun bei der Diagonale 2009, denn diese hat der fertigen Serie ebenfalls ein Forum geboten. Somit standen alle fünf Folgen des Jugendformats auf dem Programm des österreichischen Filmfestivals, das heuer vom 17. bis 22. März stattfand.
„Sprachrohr für mehr Toleranz, für mehr Zuhören und Aufeinander-Zugehen“

Regisseur Jakob M. Erwa
„Es ist wichtig, dass das Thema Migration ins Fernsehen kommt, dass Migranten ins Zentrum gerückt werden. Ich wollte eine Serie machen, die zwar Probleme anspricht und zu Diskussionen anregt, aber trotzdem lebensbejahend ist und unterhält“, erklärt „tschuschen:power“-Regisseur Jakob M. Erwa den komödiantischen Zugang des Serienformats.
„Klischees auf kecke Art und Weise brechen“
Drei Monate lang hat er, der im Rahmen seiner Grazer Schulzeit mit Migranten aufgewachsen ist, intensiv über das Thema recherchiert. „Vor allem im 16. und 10. Wiener Gemeindebezirk (Anmerkung: sehr hoher Migrantenanteil). Wir waren oft in Jugendzentren, haben viele Geschichten zusammentragen und haben natürlich auch lange darüber diskutiert, ob wir mit Klischees arbeiten sollen oder nicht. Wir haben dann beschlossen, Klischees zu verwenden, aber diese auf eine kecke Art und Weise zu brechen“, so Erwa. Und: „Ich möchte, dass ,tschuschen:power‘ nicht nur als Produkt gesehen wird, sondern als das, was es sein soll: als Sprachrohr für mehr Toleranz, für mehr Zuhören und Aufeinander-Zugehen“, wünscht sich Jakob M. Erwa.
Natürlich denkt der Jungregisseur auch weiter in die Zukunft: „Für meine Kids, die danach weitermachen wollen, wünsche ich mir, dass sie auch die Chance für weitere Projekte bekommen. Dass die Serie so etwas wie ein Sprungbrett für sie wird.“
Konzept und Regie der 25-minütigen TV-Miniserie stammen von Jakob M. Erwa. Das Drehbuch dazu verfasste der 27-jährige Nachwuchsstar des österreichischen Films gemeinsam mit dem Osttiroler Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb-Preisträger 2007, Thomas Reider. Hergestellt wurde „tschuschen:power“ von der Novotny & Novotny Filmproduktion im Auftrag des ORF.
Authentische Laiendarsteller in Hauptrollen
Die Protagonisten von „tschuschen:power“ suchen ihren Platz im Leben. Wien ist ihre Heimat und die Clique bietet Halt, wenn es Stress in der Schule, mit den Eltern oder der ersten Liebe gibt. Gemeinsam verbringen die Jugendlichen ihre Freizeit, haben Spaß, bewältigen aber auch anstehende Probleme. Selbstbewusst und „cool“ versuchen sie die Stadt zu erobern und fallen dabei manchmal ordentlich auf die Nase. Doch zunächst träumen die Burschen der Truppe von der großen Chance, bei einem Breakdance-Bewerb mitzumachen und zu gewinnen. Und dazu braucht man einen Namen: „tschuschen:power“!
Das Besondere an der neuen ORF-Miniserie: Die Hauptrollen von „tschuschen:power“ wurden nach einem umfangreichen Castingverfahren mit Laiendarstellern besetzt – ein authentisches Konzept, mit dem Filmemacher Jakob M. Erwa bereits bei seinem preisgekrönten Langfilmdebüt „Heile Welt“ (ORF-Premiere am 30. März) erfolgreich war. Im Fall von „tschuschen:power“ sind es Wiener Migrantenkids, die sich quasi selbst spielen. Ebenso wie in „Heile Welt“ standen auch für „tschuschen:power“ in weiteren Rollen Schauspielprofis wie u. a. Alexander Lutz, Beatrix Brunschko, Reinhard Nowak, Georg Friedrich, Konstanze Breitebner oder Dennis Ćubić vor der Kamera.
  
Erwas Kids: Auftreten, Unbefangenheit, Talent und Persönlichkeit
Die jugendlichen Hauptdarsteller für seine Burschen- und Mädchenclique hat Filmemacher Jakob M. Erwa über ein mehrmonatiges Casting entdeckt. „Aus ,Heile Welt‘ habe ich die Erfahrung mitgenommen, dass eine Gruppe jugendlicher Darsteller, wie ein Sack Flöhe, eine Herausforderung sein kann, dass sie aber – richtig gecastet und gut besetzt – eine enorme Bereicherung für den Film bringen“, erklärt Erwa. Vorerst suchte der 27-jährige Jungregisseur seine Schauspieltalente in Street- und Massencastings, um unter ihnen die Teilnehmer der darauffolgenden Castingrunden zu finden. „Dabei setzte ich in erster Linie auf ein interessantes Auftreten, Unbefangenheit vor der laufenden Kamera, Talent und Persönlichkeit. Das sind in meinen Augen die Aspekte, die einen guten Laiendarsteller ausmachen. Man musste vorerst keine Technik mitbringen, sondern viel mehr als Typ interessant und im Spiel authentisch sein“, so Erwa.
Weiters kam dazu, dass die Darsteller drehbuchspezifische Rollenanforderungen erfüllen mussten: Ein gewisses Bewegungstalent, da Breakdance in der Serie eine wichtige Rolle spielt, war ebenso wichtig wie unterschiedliche Herkünfte und Nationalitäten. Das Produktionsteam wurde an zahlreichen Locations – u. a. in Discos und bei Tanzwettbewerben – fündig. In mehreren sogenannten Recall-Runden mussten sich 60 von mehr als 600 Castingbewerbern beweisen. In weiterer Folge wurde die Anzahl verkleinert, bis Erwa schließlich seine Topbesetzung hatte.
Die Hauptdarsteller im Überblick
Fünf Burschen und fünf Mädchen im Alter von 15 bis 18 bilden den Hauptcast von „tschuschen:power“.
Die Bubenclique besteht aus:
J A M A L 
Ermeas Shema Kaza
Rolle „Jamal“, gebürtiger Äthiopier, Jahrgang 1990, Staatsbürgerschaft Kongo, Schüler
M I L A N 
Sascha Ćerimović
Rolle „Milan“, Wiener mit serbischem Hintergrund, Jahrgang 1990, berufstätig
R A F E T 
Yunus Evren
Rolle „Rafet“, türkischstämmiger Wiener, Jahrgang 1990, Lehrling
K A R I M 
Kamyar Ketabian
Rolle „Karim“, Wiener mit iranischen Wurzeln, Jahrgang 1989, berufstätig
X A V E R 
Nikolai Gemel
Rolle: Xaver, Wiener, Jahrgang 1990, Schüler. Er verkörpert die einzige Serienfigur ohne Migrationshintergrund und ist auch der einzige im Cast, der schon etwas Schauspielerfahrung mit sich brachte.
Zur Mädchengruppe gehören:
L E Y L A 
Rebecca Chelbea
Rolle „Leyla“, Wienerin mit iranischer Mutter, Jahrgang 1992, Schülerin
T A R A 
Sahar Rassolikhah
Rolle „Tara“, Wienerin mit iranischem Hintergrund, Jahrgang 1992, Schülerin
S I B E L 
Duygu Arslan
Rolle „Sibel“, Wienerin mit türkischen Wurzeln, Jahrgang 1991, Schülerin
M A I L I N 
Yu Guo
Rolle „Mai Lin“, chinesischstämmige Wienerin, Jahrgang 1992, Schülerin
S A N J A 
Milena Todorović
Rolle „Sanja“, Wienerin mit serbischen Wurzeln, Jahrgang 1992, Schülerin
Über Jakob M. Erwa

Jakob M. Erwa wurde am 17. Juli 1981 in Graz / Österreich geboren.
Nach der Matura an einer HTL für Kunst und Design in Graz im Juni 2000 arbeitete er für verschiedene Filmproduktionsfirmen in Österreich. Mit 19 Jahren schrieb er bereits sein erstes abendfüllendes Drehbuch „One by one – Eine Teenietragödie“.
2001 realisierte er seinen ersten Kurzfilm „Trübe Aussichten“ und begann sein Studium an der Münchner Filmhochschule, das er im Februar 2007 abschloss. 2003 gründete Jakob M. Erwa gemeinsam mit der Schauspielerin Rachel Honegger die Filmproduktionsfirma mojo:pictures, unter deren Namen bereits einige Stoffe junger Filmemacher umgesetzt werden konnten.
2007 realisierte Erwa gemeinsam mit Novotny & Novotny Filmproduktion seine abendfüllende Abschlussarbeit „Heile Welt“, für die er 2007 mit dem Großen Diagonalepreis für den besten österreichischen Spielfilm 2006/07 und beim Filmfest Oldenburg mit dem „German Independence Award“ für den besten deutschen Film ausgezeichnet wurde.
Derzeit entwickelt Jakob M. Erwa neue Kinostoffe.
Kurzinhalte zu den fünf Folgen
Folge 1: „Dumm gelaufen“
Die Clique von Jamal, Karim, Milan, Selim, Rafet und Xaver will nach der Schule gemeinsam etwas unternehmen und Spaß haben. Im Prater geraten die Burschen in eine Rauferei. Unabsichtlich verletzt Jamal einen anderen Jugendlichen. In Panik ergreifen die Freunde die Flucht; man streift durch die Innenstadt, immer auf der Hut vor den Verfolgern. Beim Zusammentreffen mit einer Trommler-Gruppe in der City werden die Burschen für einen Breakdance-Auftritt angeheuert – und dafür braucht man einen Künstlernamen. Dieser ist schnell gefunden: „tschuschen:power“!
Zu einer neuerlichen Begegnung mit Jamals Kontrahenten von der Prater-Rauferei, Günther (Johannes Windisch), kommt es durch einen Streich der Mädchenclique von Karims jüngerer Schwester Leyla, die eigentlich nur ihrem Bruder eins auswischen wollte.
Folge 2: „Himmel oder Hölle“
Der erste Auftritt von „tschuschen:power“ beim Grätzlfest wird ein Totalflop! Schließlich ist Karim der einzige, der wirklich breaken kann. Aber Karim will nicht aufgeben: „tschuschen:power“ muss bei dem großen Breaker-Battle antreten, der auf Plakaten in der Stadt beworben wird. Das Geld für die Anmeldegebühr wird ausgeborgt mit dem Versprechen, es pünktlich zurückzuzahlen. Ehrensache. Also wird ordentlich dafür gearbeitet. Aber Milan verfällt plötzlich der Idee, seinem Bruder (Dennis Ćubić) im Gefängnis ein Geschenk zu kaufen. Jetzt ist Feuer am Dach: Die Anmeldefrist läuft ab, das Geld ist weg und Milan muss schleunigst seinen Fehler wieder gutmachen, sonst ist er unten durch. Da passiert ein kleiner Unfall und bringt unversehens die Lösung.
Folge 3: „Richtig verbunden“
Beim Hochzeitsfest einer Verwandten wird Karims jüngere Schwester Leyla wieder einmal klar, dass sich ihre Eltern (Khatereh Ghasemi, Bahram Parsa) auch für sie einen netten iranischen Bräutigam wünschen. Wie wäre es mit Cousin Amir (Hamed Akhlaghi-Farsi), der noch im Iran lebt? Die jungen Leute sollen einander erstmals via Webcam kennenlernen. Und dann ist da auch noch Milan aus der Clique ihres Bruders, der sich irgendwie seltsam aufführt. Versucht er, ihr zu imponieren? Die Burschen von „tschuschen:power“ haben einstweilen ganz andere Probleme. Die Polizei sucht Jamal immer noch wegen der Rauferei im Prater und beim Training für den Breaker Battle im Boxklub von Rafets Bruder Süleyman (Oktay Günes) werden sie vom Besuch der Exekutive überrascht.
Folge 4: „Berg und Prophet“
Karim findet heraus, dass Leyla und Milan ein Paar sind. Er ist total außer sich, denn er hat immer klar gestellt: Keiner soll seiner Schwester zu nahe kommen! Karim will mit seinen Freunden von „tschuschen:power“ nichts mehr zu tun haben und verlässt die Breaker-Gruppe.
Ohne Karim sind die Burschen jedoch aufgeschmissen – wie sollen sie jetzt den Battle gewinnen? Auf Rafet wartet außerdem noch eine spezielle Aufgabe – er muss seinen Vater (Ali Can Güzel) dazu bewegen, zum Elternabend in die Schule zu kommen. Der weigert sich aber, weil er vorgibt, kein Wort Deutsch zu verstehen. Und so wendet Rafet eine List an, denn wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen.
Folge 5: „Breaker-Battle“
Für die Burschen von „tschuschen:power“ ist klar: Um beim Breaker-Battle auch nur die geringste Chance zu haben, muss der Streit mit Karim geschlichtet werden. Für Xaver und Rafet steht fest: Milan muss die Beziehung zu Leyla, Karims Schwester, beenden.
Und als hätte Jamal, der mittlerweile in der Notschlafstelle für Jugendliche unterkommen musste, nicht schon genug Probleme mit der Polizei, findet sein Kontrahent von der Prater-Rauferei heraus, wo er die „tschuschen:power“-Clique finden kann, um sich für seine gebrochene Nase zu rächen. Günther schnappt seine Kumpels und taucht überraschend beim Breaker-Battle auf.
H A R D F A C T S :
5 x ca. 25’
Eine Produktion des ORF, hergestellt von Novotny & Novotny Filmproduktion
Drehbuch: Thomas Reider, Jakob M. Erwa
Konzept und Regie: Jakob M. Erwa
Dreharbeiten: Folgen 1+2 im Herbst 2007, 3–5 im Sommer 2008
Drehorte: Wien
ORF-Sendestart: Montag, 30. März 2009 (Montag bis Freitag, jeweils 17.20 Uhr, ORF 1)
Samstag, 4. April, ab 12.15 Uhr in ORF 1: Wiederholung aller fünf Folgen mit anschließendem Making-of um 14.30 Uhr)
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