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Tuesday, 12. May 2009 |

Mehr als ein Jahr nach seinem Tod gehört Heath Ledger zu Hollywoods Top-Verdienern. Das Vermögen erbt seine dreijährige Tochter Matilda.
Es hätte der größte Moment seiner Karriere werden können. Wahrscheinlich wäre Heath Ledger, der scheue Star, aufgestanden, hätte sich verstohlen die vor Aufregung feuchten Hände an seinem Smoking abgewischt und wäre dann ein wenig verlegen zu den Brettern geeilt, die die Welt eines jeden Filmstars bedeuten: auf die Bühne des Kodak Theatre. Der vor über einem Jahr verstorbenen Schauspieler hat den Golden Globe, einer der höchst begehrten SAG Awards, den britischen Filmpreis Bafta und den OSCAR verliehen bekommen.
Wahre Legenden schafft erst der Tod. Und das zahlt sich aus - nicht nur im Falle Heath Ledgers. Die „Forbes“-Liste der Top-Verdiener post mortem führt unangefochten Elvis Presley mit 40 Millionen Euro Einnahmen allein im vergangenen Jahr an. Rang zwei belegt „Peanuts“-Erfinder Charles M. Schulz. Doch schon auf dem dritten Platz rangiert dank geschätzten 16 Millionen Euro Gewinn in seinem Todesjahr – Heath Ledger. Der Film „The Dark Knight“, für den der Australier den Oscar erhielt, spielte bislang auch wegen des tragisch verstorbenen Zugpferds gigantische 772 Millionen Euro ein und belegt damit Platz vier der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Bis vor kurzen lief der düstere Actionthriller ein zweites Mal in den US-Kinos, und aufgrund von Ledgers Beteiligung am Einspielergebnis fließt stetig Geld aufs Erben-Konto. Die Treue seiner Fans lässt die Kasse ebenfalls kräftig klingeln. Eine Spielzeugfigur des von ihm brilliant verkörperten Filmbösewichts Joker etwa, die im Mai vorigen Jahres in den Handel kam, war binnen weniger Minuten restlos ausverkauft, zig Interessenten mussten auf die nächste Lieferung vertröstet werden. Auch Ledgers Bar „Five Leaves“ in Brooklyn floriert, dort treffen sich seine Fans, um über ihr Idol zu reden oder seiner still zu gedenken.
Wer das Vermögen des Schauspielers in Höhe von derzeit 23 Millionen Euro erbt, steht nach langen Familienstreitigkeiten endlich fest: Tochter Matilda aus der Beziehung mit Michelle Williams, gerade mal 3 ½ Jahre alt, ist die einzige Begünstigte. Darüber hinaus wurde ihr kürzlich die Millionen-Summe aus der Lebensversicherung des Schauspielers zugesprochen. Mehr als das viele Geld werden Matilda wohl die Trophäen ihres Vaters trösten, die schon bald ihr Kinderzimmer schmücken. „Der Golden Globe soll ihr gehören, weil sie ein Teil von ihm ist“, versprach Heaths Mutter Sally direkt nach der Vergabe des Preises gerührt.
Der posthume Hype um Heath kommt auch einer seiner ehemaligen Landsleute zugute. Zu seinem Gedenken rief die Organisation „Australians in Film“ ein mit 7700 Euro und einem Flugticket nach Hollywood dotiertes Stipendium ins Leben, das künftig an Nachwuchsschauspieler aus Down Under vergeben wird. Heath Ledger hätte diese Idee geliebt. Zu Lebzeiten bot er weniger erfolgreichen Kollegen grundsätzlich „einen Platz auf meiner Couch, guten Rat und ein Bier“ an.
Heute ist mehr frei als nur ein Platz auf seinem Sofa – Ledgers Loft in Soho steht leer und wurde schließlich sogar vom Markt genommen, wie die Zeitung „New York Post“ berichtete. Zu spooky, zu gruselig sei der Ort, an dem der 28-jährige ganz allein und in Depressionen gefangen starb. Dass er so schnell zu einer Legende werden würde, hätte Heath Ledger, der Bescheidene, sich wohl niemals vorstellen können. Und getröstet hätte es ihn schon gar nicht.

Sein Vermächtnis: Tochter Matilda, seine „kleine Prinzessin“, ähnelt Heath Ledger frappierend. Ex-Lebensgefährtin Michelle Williams, 28, hat den Verlust noch nicht überwunden: „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr vermisse ich ihn“, sagte sie kürzlich.
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