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Oscar 2010
Monday, 15. March 2010

 

Waltz gewinnt Oscar, Haneke geht leer aus

 

Christoph Waltz hat es geschafft: Bei der 82. Oscar-Verleihung in Los Angeles holte er in der Nacht auf Montag den Preis für die beste Nebenrolle im Film "Inglourious Basterds". Regisseur Michael Haneke und Kameramann Christian Berger gingen leer aus. Die meisten Oscars heimste "The Hurt Locker" ein. Bester Hauptdarsteller wurde Jeff Bridges, beste Hauptdarstellerin Sandra Bullock. "Avatar" enttäuschte.


Was am 20. Mai 2009 mit der Uraufführung von Quentin Tarantinos Kriegsgroteske "Inglourious Basterds" bei den Filmfestspielen in Cannes begonnen hatte, hat heute Nacht in Hollywood seine Krönung gefunden: Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz (53) hat sich mit einer einzigen Rolle in die Weltliga des Kinos katapultiert: seine Interpretation des charmanten, hinterhältigen und polyglotten SS-Offiziers Hans Landa brachte ihm einen Oscar.

 

Cruz überreicht Oscar

Waltz freute sich über das "Über-Bingo": "Ein Oscar und Penelope Cruz", sagte Waltz über seine Auszeichnung und die Laudatorin, Penelope Cruz. Cruz hatte vor zwei Jahren schon den Oscar an Stefan Ruzowitzky überreicht. Waltz bedankte sich bei Quentin Tarantino für dessen "unorthodoxe Methoden der Navigation" auf der Expedition, zu der der Dreh zu "Inglourious Basterds" wurde.

 

Haneke geht leer aus

Michael Haneke war mit "Das weiße Band" in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" nominiert, er hatte aber das Nachsehen gegenüber dem argentinischen Film "El Secreto de Sus Ojos" (The Secret In Their Eyes) von Juan José Campanella. Auch Hanekes Kameramann Christian Berger gewann keinen Oscar. Mauro Fiore holte sich den Preis für die Beste Kamera für seine Arbeit am 3D-Blockbuster "Avatar".

 

"The Hurt Locker" räumt ab

Kathryn Bigelow war mit ihrem Irak-Kriegsfilm "The Hurt Locker" die große Gewinnerin Oscar-Verleihung. Insgesamt sechs Oscars gingen an die vergleichsweise klein Produktion - darunter der für den besten Film. Außerdem gewann Bigelow als erste Frau in der Geschichte den Preis für die beste Regie. Bigelows Ex-Mann James Cameron ist mit seinem 3D-Spektakel "Avatar" mit drei Oscars in Nebenkategorien einer der Verlierer des Abends. Er ging ebenso wie "The Hurt Locker" mit neun Nominierungen ins Rennen.

 

Erster Oscar für Jeff Bridges

Jeff Bridges konnte mit der Rolle des Bad Blake, eines alkoholkranken Countrymusikers, in "Crazy Heart" seine fünfte Nominierung in einen Oscar verwandeln. Er war ebenso Favorit wie Sandra Bullock. Nach dem Schmähpreis "Goldene Himbeere" als "schlechteste Schauspielerin" in der Komödie "Verrückt nach Steve" konnte der Hollywood-Star nun auch den Hauptrollen-Oscar für das Drama "Blind Side - Die große Chance" entgegennehmen.

 

Nebendarsteller: Favoriten dominieren

Auch bei den Nebendarstellern gewannen die Favoriten. Neben Christoph Waltz gewann die schwarze Schauspielerin Mo'Nique für die Darstellung einer gewalttätigen Mutter in dem Sozialdrama "Precious" ausgezeichnet. Zuvor war Autor Geoffrey Fletcher bereits für das beste adaptierte Drehbuch des Films geehrt worden.

 

Beste Maske: Star Trek

Außerdem gab es Oscars für "Up" (Oben) als bester Animationsfilm und für die beste Filmmusik von Michael Giacchino, den "Star Trek"-Film für die beste Maske und den besten Original-Song "The Weary Kind" von Ryan Bringham und T Bone Burnett aus dem Film "Crazy Heart". Ihren bereits dritten Oscar erhielt die Kostümbildnerin Sandy Powell für "The Young Victoria".

 

 

Die Oscars in der Übersicht:

 

Bester Film: "The Hurt Locker - Tödliches Kommando"

Bester nicht-englischsprachiger Film: "El Secreto de Sus Ojos" - Argentinien

Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz in "Inglourious Basterds"

Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges in "Crazy Heart"

Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock in "The Blind Side"

Beste Nebendarstellerin: Mo'Nique in "Precious: Based on the Novel ‘Push' by Sapphire"

Beste Regie:  "The Hurt Locker" Kathryn Bigelow

Bester Animationsfilm: "Up"

Beste Dokumentation: "The Cove" 

Beste Kamera: Mauro Fiore für "Avatar"

Bestes Szenenbild: "Avatar": Art Direction: Rick Carter and Robert Stromberg, Set Decoration: Kim Sinclair

Bester Schnitt: Bob Murawski and Chris Innis für "The Hurt Locker" 

Bester Song: "The Weary Kind (Theme from Crazy Heart)" aus "Crazy Heart": Musik und Text von Ryan Bingham and T Bone Burnett

Beste Filmmusik: "Up": Michael Giacchino

Beste visuelle Effekte:  "Avatar": Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones

Bestes adaptiertes Drehbuch:  "Precious: Based on the Novel 'Push' by Sapphire" von Geoffrey Fletcher

Bestes Originaldrehbuch: "The Hurt Locker" von Mark Boal

Bestes Kostümdesign: "The Young Victoria": Sandy Powell

Bester Dokumentar-Kurzfilm: "Music by Prudence": Roger Ross Williams and Elinor Burkett

Bester animierter Kurfilm:  "Logorama": Nicolas Schmerkin 

Bester Kurzfilm: "The New Tenants": Joachim Back

Make-Up: "Star Trek": Barney Burman, Mindy Hall and Joel Harlow

Bester Tonschnitt:  "The Hurt Locker": Paul N.J. Ottosson 

Bester Ton: "The Hurt Locker": Paul N.J. Ottosson und Ray Beckett

 

 
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