Christoph Waltz hat es geschafft: Bei der 82.
Oscar-Verleihung in Los Angeles holte er in der Nacht auf Montag den Preis für
die beste Nebenrolle im Film "Inglourious Basterds". Regisseur
Michael Haneke und Kameramann Christian Berger gingen leer aus. Die meisten
Oscars heimste "The Hurt Locker" ein. Bester Hauptdarsteller wurde
Jeff Bridges, beste Hauptdarstellerin Sandra Bullock. "Avatar"
enttäuschte.
Was am 20. Mai 2009 mit der Uraufführung von Quentin
Tarantinos Kriegsgroteske "Inglourious Basterds" bei den
Filmfestspielen in Cannes begonnen hatte, hat heute Nacht in Hollywood seine
Krönung gefunden: Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz (53) hat
sich mit einer einzigen Rolle in die Weltliga des Kinos katapultiert: seine
Interpretation des charmanten, hinterhältigen und polyglotten SS-Offiziers Hans
Landa brachte ihm einen Oscar.
Cruz überreicht Oscar
Waltz freute sich über das "Über-Bingo": "Ein
Oscar und Penelope Cruz", sagte Waltz über seine Auszeichnung und die
Laudatorin, Penelope Cruz. Cruz hatte vor zwei Jahren schon den Oscar an Stefan
Ruzowitzky überreicht. Waltz bedankte sich bei Quentin Tarantino für dessen
"unorthodoxe Methoden der Navigation" auf der Expedition, zu der der
Dreh zu "Inglourious Basterds" wurde.
Haneke geht leer aus
Michael Haneke war mit "Das weiße Band" in der
Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" nominiert, er hatte
aber das Nachsehen gegenüber dem argentinischen Film "El Secreto de Sus
Ojos" (The Secret In Their Eyes) von Juan José Campanella. Auch Hanekes
Kameramann Christian Berger gewann keinen Oscar. Mauro Fiore holte sich den
Preis für die Beste Kamera für seine Arbeit am 3D-Blockbuster
"Avatar".
"The Hurt Locker" räumt ab
Kathryn Bigelow war mit ihrem Irak-Kriegsfilm "The Hurt
Locker" die große Gewinnerin Oscar-Verleihung. Insgesamt sechs Oscars
gingen an die vergleichsweise klein Produktion - darunter der für den besten
Film. Außerdem gewann Bigelow als erste Frau in der Geschichte den Preis für
die beste Regie. Bigelows Ex-Mann James Cameron ist mit seinem 3D-Spektakel
"Avatar" mit drei Oscars in Nebenkategorien einer der Verlierer des
Abends. Er ging ebenso wie "The Hurt Locker" mit neun Nominierungen
ins Rennen.
Erster Oscar für Jeff Bridges
Jeff Bridges konnte mit der Rolle des Bad Blake, eines
alkoholkranken Countrymusikers, in "Crazy Heart" seine fünfte
Nominierung in einen Oscar verwandeln. Er war ebenso Favorit wie Sandra
Bullock. Nach dem Schmähpreis "Goldene Himbeere" als
"schlechteste Schauspielerin" in der Komödie "Verrückt nach
Steve" konnte der Hollywood-Star nun auch den Hauptrollen-Oscar für das
Drama "Blind Side - Die große Chance" entgegennehmen.
Nebendarsteller: Favoriten dominieren
Auch bei den Nebendarstellern gewannen die Favoriten. Neben
Christoph Waltz gewann die schwarze Schauspielerin Mo'Nique für die Darstellung
einer gewalttätigen Mutter in dem Sozialdrama "Precious"
ausgezeichnet. Zuvor war Autor Geoffrey Fletcher bereits für das beste
adaptierte Drehbuch des Films geehrt worden.
Beste Maske: Star Trek
Außerdem gab es Oscars für "Up" (Oben) als bester
Animationsfilm und für die beste Filmmusik von Michael Giacchino, den
"Star Trek"-Film für die beste Maske und den besten Original-Song
"The Weary Kind" von Ryan Bringham und T Bone Burnett aus dem Film
"Crazy Heart". Ihren bereits dritten Oscar erhielt die
Kostümbildnerin Sandy Powell für "The Young Victoria".
Die Oscars in der Übersicht:
Bester Film: "The Hurt Locker - Tödliches
Kommando"
Bester nicht-englischsprachiger Film: "El Secreto de
Sus Ojos" - Argentinien
Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz in "Inglourious
Basterds"
Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges in "Crazy
Heart"
Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock in "The Blind
Side"
Beste
Nebendarstellerin: Mo'Nique in "Precious: Based on the Novel ‘Push' by
Sapphire"
Beste
Regie:"The Hurt Locker"
Kathryn Bigelow
Bester
Animationsfilm: "Up"
Beste Dokumentation: "The Cove"
Beste Kamera: Mauro Fiore für "Avatar"
Bestes Szenenbild: "Avatar": Art Direction: Rick
Carter and Robert Stromberg, Set Decoration: Kim Sinclair
Bester Schnitt: Bob Murawski and Chris Innis für "The
Hurt Locker"
Bester Song:
"The Weary Kind (Theme from Crazy Heart)" aus "Crazy
Heart": Musik und Text von Ryan Bingham and T Bone Burnett
Beste
Filmmusik: "Up": Michael Giacchino
Beste visuelle
Effekte:"Avatar": Joe
Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones
Bestes
adaptiertes Drehbuch:"Precious:
Based on the Novel 'Push' by Sapphire" von Geoffrey Fletcher
Bestes
Originaldrehbuch: "The Hurt Locker" von Mark Boal
Bestes
Kostümdesign: "The Young Victoria": Sandy Powell
Bester
Dokumentar-Kurzfilm: "Music by Prudence": Roger Ross Williams and
Elinor Burkett
Bester animierter Kurfilm:"Logorama": Nicolas Schmerkin
Bester
Kurzfilm: "The New Tenants": Joachim Back
Make-Up:
"Star Trek": Barney Burman, Mindy Hall and Joel Harlow
Bester Tonschnitt:"The Hurt Locker": Paul N.J. Ottosson
Bester Ton:
"The Hurt Locker": Paul N.J. Ottosson und Ray Beckett