Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Diagonale
2010 wurden heute Abend in Kooperation mit der VDFS
zum bereits dritten Mal die Diagonale-Schauspielpreise
vergeben. Wir freuen uns ganz besonders, alle
diesjährigen PreisträgerInnen bekannt geben zu dürfen.
Großer Diagonale-Schauspielpreis 2010
für die Verdienste einer österreichischen Schauspielerin
oder eines österreichischen Schauspielers um die österreichische Filmkultur.
Trophäe gestaltet und gestiftet von Brigitte Kowanz
Klaus Maria Brandauer
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Als Person ist er dem Wetter seiner Ausseer Heimat nicht unähnlich: Leicht kann
sich seine Stirn bewölken, auch emotionelles Regenwetter ist möglich. Und dann
wiederum seelischer Sonnenschein und menschliche Wärme. Klaus Maria Brandauer ist
keiner, der sich verstellt. Man trifft ihn in allen Lebenslagen so, wie er sich
gerade fühlt. Vielleicht ist das ganz logisch für einen, der das Schau-Spiel zum
Lebensinhalt hat und diese Kunst mit oft atemberaubender Qualität erfüllt. Es gibt
Kollegen, die aus ihrer Unscheinbarkeit Kapital schlagen, die dann die jeweilige
Rolle sind und bei deren Nachrufen stets ein Foto beigefügt werden muss, damit die
Leser sagen können: Ah, der ist das. Klaus Maria Brandauer zählt definitiv nicht
dazu. Er ist immer der Brandauer, dem man aber mit umso größerem Vergnügen zusieht,
wie er die Rolle anlegt. Und das gelingt meist so perfekt, dass man seine Figuren
dennoch nie mit ihm selbst verwechseln würde.“
Diagonale-Schauspielpreis 2010
für einen bemerkenswerten Auftritt einer österreichischen Schauspielerin in einem
Film der Diagonale 2010.
€ 3.000,– gestiftet von Hoanzl
Franziska Weisz in „Der Räuber“ von Benjamin Heisenberg
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Franziska Weisz überzeugt durch ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit und durch
ihre außergewöhnliche Hingabe, mit der sie Durchschnittsmenschen spielt, die sich
dann auf den zweiten Blick als alles andere als durchschnittlich herausstellen.
Jüngstes Beispiel für ihren herausragenden darstellerischen Einsatz ist die Frau an
der Seite von Andreas Lust im Diagonale-Beitrag „Der Räuber“ von Benjamin
Heisenberg.“
Diagonale-Schauspielpreis 2010
für einen bemerkenswerten Auftritt eines österreichischen Schauspielers in einem
Film der Diagonale 2010.
€ 3.000,– gestiftet von der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden
Andreas Lust in „Der Räuber“ von Benjamin Heisenberg
Auszug aus der Begründung der Jury:
„Dieser Schauspieler scheint mit seinen Figuren irgendwie zu verschmelzen – oder
andersrum, er füllt sie perfekt aus: Da ist nichts zu viel, zu laut oder
überflüssig. Gerade die Stille, das angespannte, energiegeladene Stummsein erzählt
so viel mehr als die wenigen Worte, die in dem Film gesagt werden. Seine Augen, die
in dem schmal gewordenen Gesicht noch größer wirken, schreien manchmal und berühren
das Herz der Zuschauenden.“
Jury 2010
Konstanze Breitebner (Schauspielerin, Drehbuchutorin)
Gabriele Flossmann (ORF, Sendungsverantwortliche Magazine und Aktuelle Kultur, Ressortleiterin Film)
Josef Hader (Schauspieler / Kabarettist / Großer Diagonale-Schauspielpreis 2009)
Frido Hütter (Ressortleiter Kultur & Medien, Kleine Zeitung)
Michael Kreihsl (Regisseur / Autor)
Bisherige Preisträger Großer Diagonale-Schauspielpreis: Josef Hader (2009), Karl Markovics (2008)
Bisherige Preisträgerinnen Diagonale-Schauspielpreis: Birgit Minichmayr (2009), Ursula Strauss (2008)
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